Jugendliche und ihre Brüllhandys Teil 2

…oder wie sich junge Bands in Zukunft teure Produktions- und Aufnahmekosten sparen können.

Andrea telefoniert genervt 2010Klingt mal wieder arg zynisch was ich gerade schreibe, aber wenn ich mir das nicht von der Seele schreibe, werde ich heute noch platzen. Da ich mir von allen Krankheiten immer die Leckerste aussuche, wählte ich dieses Mal eine fette Mandelentzündung. Seit Freitag ist also Bettruhe angesagt mit eitrigen Mandeln, tierischen Schmerzen und Fieber. Seit gestern scheint alles wieder besser zu werden – also ab zur Kontrolle zum Arzt. Ich schleppte mich also in den Bus, von dort aus in die Praxis und liess alles über mich ergehen. Man teilte mir mit, ich sei wieder auf dem Weg der Besserung, aber ich müsse mich noch schonen und solle nächste Woche wieder kommen. Also wieder in den Bus und ab nach Hause. An der Haltestelle angekommen hieß es warten – irgendwann kam dann noch so ein junger Emo dazu. Ich nenne ihn einfach mal so, weil er nicht gerade eine Frohnatur war – könnte auch damit zusammenliegen, dass er vielleicht einfach nur schlecht geschlafen hat – wer weiss…

Einige Zeit war es ruhig und ich nutzte die Zeit, um noch schnell zu telefonieren. Das scheinte den jungen Mann wohl zu stören, denn er packte schnell sein Brüllhandy aus und beschallte die Haltestelle mit irgendeiner Emo-Mucke. Düster, verzerrt und laut. Die Gitarren schepperten nur so aus dem Handylautsprecher – mir taten die Ohren weh. Nicht nur weil ich krank bin, sondern weil ich anscheinend zu der Generation gehöre, die ihre Musik noch in hoher Qualität genießen möchte. Das heisst: Kein klirren, kein Scheppern und so, dass ich auch den Text noch verstehe. Die Brüllhandy-Generation scheint auf so etwas ja keinen Wert mehr zu legen. Zum Glück kam dann nach fünf total zerschrotteten Songs der Bus.

Was schließen wir daraus? Bands, die ein junges Publikum ansprechen wollen, können doch einfach in Zukunft auf eine teure Produktion und Aufnahme verzichten. Interessiert doch keinen mehr. Entweder ist das Gehör eh schon im Eimer oder es kommt nur auf den Krach an, der aus den Boxen kommt. Qualität? Völlig unnötig! Und da bauschen die Medien es noch auf, dass die Jugend ihre Musik, die sie über Kopfhörer hört, viel zu laut aufdreht. Sicher ist es schlecht fürs Gehör – aber es ist immer noch besser, als die Umgebung mit diesem Schall-Müll zu nerven. Ich lege noch Wert auf Qualität. Wenn das bei der Mehrheit der Jugend heute nicht mehr so ist, dann tut es mir schrecklich leid. Aber vielleicht können sich Bands so in Zukunft eine Menge Kohle sparen – ich werde mir das Zeug allerdings dann nicht mehr anhören. Das steht fest…


2 Antworten : Jugendliche und ihre Brüllhandys Teil 2”

  1. bostel sagt:

    hast dir mal überlegt das dein Gelaber am Telefon auch anderen auf den Sack geht.
    mit ner Mandelendzündung sollte man eh die klappe halten.

  2. andrea sagt:

    Ah noch so einer mit nem Brüllhandy *sfg* Getroffene Hunde bellen…oder wie war das?

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